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Subjektiv
Jetzt werd ich langsam wütend…
ozon,
15.12.2011
...nachdem ich heute von einem Versicherungsmenschen erklärt bekommen habe, warum ich auf meine offenen Rechnungen pfeifen kann, weil sich der Schuldner rechtzeitig abgeputzt hat, meine Rechtsschutzversicherung mich aus dem 10-Jahresvertrag nicht rauslassen will und der Konsumentenschutz nichts tun kann, weil ich ja eine Firma bin und Didi Mateschitz richtigerweise behauptet, dass wir in einer Solidargemeinschaft leben, wo jeder seinen Beitrag leisten muss, aber wenn von vermögensbezogenen Steuern die Rede ist, den Leute von Wirtschaftsbläattern oder den Vertretern Wirtschaft, sofort die Haare zu Berge stehen und von "Planwirtschaft" die Rede ist, obwohl wir alle in der Schule von einer "Sozialen Marktwirtschaft" - als eine Art Kapitalismus Light (also mit staatlicher Einflussnahme) - gelernt haben. Mittlerweile ist es ja umgekehrt und am allerwichtigsten ist, dass "sich die Märkte beruhigen".
Aber das ist nicht der Punkt, auch ich bekomme immer mehr das Gefühl, dass diese Solidargemeinschaft jene schützt, die keinen Schutz brauchen. Es ist doch symptomatisch, wenn wir Arbeit höher besteuern, als Einkünfte aus Vermögen, schützen wir nicht die arbeitende Bevölkerung, sondern den Finanzmarkt. Aber die Investoren haben die Möglichkeit (Geld) und das Wissen (die Berater) ihr Geld so anzulegen, dass der Fiskus nicht rankommt. Erübrigt sich zu sagen, warum der Mittelstand die Hauptlast der Steuern trägt. Und wenn von 1% vermögensbezogenen Steuern die Rede ist, rufen die Investoren und Wirtschaftsblätter sofort "Planwirtschaft"...
Aber wenn in einem solchen, nicht funktionierenden System, ein Künstler im Rahmen einer Comedy genau jenen Nerv trifft - wenn auch gnadenlos übertrieben, was ja Mittel der Komödie ist: Das Vorhalten eines Spiegels, der durch Übertreibung zum Zerrspiegel wird, was uns wiederum über uns selber lachen lässt. Also wenn das geschieht und die berufsintellektuelle Linke findet keine andere Möglichkeit, als auf diese Parodie auf das Allgemeinbefinden, in ernsthafter inhaltlicher Auseinandersetzung zu reagieren, in dem sie jeden Satz auseinandernehmen und dem Herrn Düringer Pauschalierung, Populismus etc. vorzuwerfen, während von der anderen Seite absichtlich immer nur mit Extremen argumentiert wird, dann werde ich langsam wütend...
Denn genau solche Aktionen sind es, die den Unmut weiter füttern und irgendwann dazu führen, dass der Bürger auf die Straße geht. Und was hat er denn sonst für eine Möglichkeit, wenn er sich innerhalb des Parteiensystems nicht mehr vertreten fühlt? Es kommt mir so vor, als ob dies zum Wettstreit der linken Intellektuellen verkommen ist, wo es nur noch darum geht, wer die Situation noch sensibler bewertet , um sich in jedem Falle von der Mehrheit zu distanzieren, weil so einfach ist das ja alles nicht…
Ja stimmt, aber eines habt ihr übersehen, das ist Komödie, Kunst und die Komödie hat das Vorrecht, die Dinge einfacher zu machen als sie sind, um eine emotionale Reaktion zu provozieren, die dann hoffentlich irgendwann zu einer Reaktion führt, nämlich sich politisch zu engagieren.
Aber solange jede dieser Aktionen, mit intellektueller Eitelkeit, zerpflückt wird, wird es keine gemeinsame Basis geben und das verhindert, dass sich die Systeme ändern, wie das z.b. Attac für das Wirtschaftssystem vorschlägt. Dazu muss sich aber auch das politische System ändern, das wird aber innerhalb eines Parteiensystems nicht funktionieren, weil Parteiinteressen immer über inhaltlichen Interessen stehen und Macht nicht genügend verteilt wird und die Wirtschaft zuviel Einfluss auf die Politik hat.
http://blog.alm.at/2011/12/14/ich-bin-nicht-wutend/
Feuern sie einfach ihre Regierung…
ozon,
21.10.2011
…und die Opposition gleich dazu, wenn sie demokratisch handeln wollen. Es ist nicht die Macht die "korrumpiert", es sind die Möglichkeiten, die sie eröffnet. Das ist natürlich Charaktersache, aber vielleicht haben diejenigen, die ihnen erklären wollen, was richtig oder falsch ist, längst kapiert, dass es völlig egal ist, was richtig oder falsch ist, solang sie in den Spiegel sehen können und dabei nicht erwischt werden.
Es wundert manchmal, wieviel notwendig ist, bis die Menschen in Österreich auf die Straße gehen. Sämtliche Skandale, angefangen beim unschuldigen Waisenknaben und Traumschwiegersohn der Nation (von Homepageaffäre bis Telekom), über den Herrn Grafen, oder den diversen Aktivitäten von BZÖ und FPÖ in Kärnten bis zur Inseraten-Kampagne der SPÖ und der nicht enden wollenden Telekom-Affäre, hat's jetzt sogar die aufdeckungswütigen und politisch korrekten Grünen erwischt, weil eine ehemalige Abgeordnete auch noch was eingesteckt haben soll. Hat sie? Das spielt doch keine Rolle mehr. Im Grunde haben alle Parteien durch die Bank gezeigt, dass sehr viel Charakter dazugehört, ein politisches Amt auszuüben, ohne korrumpiert zu werden. Und wer Charakter hat, geht entweder nicht in die Politik, oder ist schnell wieder weg, weil er die Wahrheit sagen wird.
Geht ihnen denn nicht das sprichwörtliche "G'impfte auf", wenn sie drüber nachdenken, dass sie ca. 6 Monate im Jahr umsonst arbeiten, weil dieses Geld, in Form von Sozialversicherung und Steuern u.a. zur Finanzierung dieser Menschen und Parteien dient. Nicht zu vergessen: die GIS-Gebühr, für ein Medium, das eigentlich als staatliches Fernsehen und vierte Säule der Demokratie, einen Bildungs- und Informationsauftrag hätte, dem es aber nicht nachkommt, weil die Herren Strobl - der mittlerweile nicht mehr, aber der Herr Wrabetz dafür umso mehr - beschäftigt sind, sich selbst, mit "Erfolgen" von Produktionen wie "Mitten im Achten" oder "Chili TV" und diversen anderen Junk-Formaten, zu beweihräuchern.
Ein kleines Beispiel, wie hier Korruption stattfinden könnte: Eine "Straferkenntnis" des BKA (siehe Link unten) für eine dreimalige, nicht gekennzeichnete Werbeunterbrechung des ORF, während der Sendung Chili/Backstage. Die Strafe beläuft sich auf insgesamt 9.900,– Euro oder Ersatzweise 6 Tage Haft. Wieviel hat der ORF, über diese drei nicht gekennzeichneten Werbeunterbrechungen an drei aufeinanderfolgenden Tagen um ca. 19.30 Uhr wohl verdient? Und der Verdacht, dass hier jemand steuerfrei verdient hat, drängt sich auf? Unterm Strich weiß jeder der rechnen kann, dass 9.900 Euro bei den Einschaltkosten des ORF zur "Prime Time", nicht mehr als ein kalkulierbares, notwendiges Übel sind. Spesen. So einfach geht das in der Theorie. Natürlich funktioniert das ganze in kleineren Dimensionen auch umgelegt auf Printmedien, falls sich jemand fragt, was Inserate mit Korruption zu tun haben können.
Wenn die Politik zuviel Einfluss auf die Medien hat ist die Demokratie ernsthaft gefährdet. Wenn die Politik durch ein Weisungsrecht des Justizministers direkten Einfluss auf die Gerichtsbarkeit nehmen kann, dann kommt das den Gepflogenheiten eines totalitären Staats nahe. Wenn zudem von der "Kronzeugenregelung" gebraucht gemacht werden kann, bedeutet dies, dass kein korrupter Politiker, der genügend über seine Kollegen weiß, zur Verantwortung gezogen wird. Und machen sie sich nichts vor, die Ideologie spielt dabei längst keine Rolle mehr, die ist nur noch fürs Fernsehen.
Die Nähe zwischen Unternehmen und Politik schafft zudem die Möglichkeit, dass Regierungsbeamte, öffentliche Gelder in private Firmen - Beratungsaufträge sind sehr beliebt - stecken können, die dort aber nicht bleiben, sondern durch ständige Investitionskreisläufe, schlussendlich, abzüglich Spesen, zum Absender zurückkommen. Das können Parteispenden sein, oder Scheinaufträge, an Firmen, die von "Strohleuten" geführt werden und die ein Politiker, nach seiner Amtszeit, wieder übernehmen kann. So einfach, geht das und fast legal ist es auch. Es fehlt die Transparenz, die klare Gewaltenteilung und Massenmedien die sich Unabhängigkeit und Journalismus leisten können. Vermutlich funktioniert das ganze Konzept unserer Demokratie in dieser ökonomischen Realität nicht mehr, weil sich die Kräfte längst verlagert haben.
Also feuern Sie Ihre Regierung bei den nächsten Wahlen? Dann sollten Sie bedenken, dass, wenn wir nicht das gesamte System Demokratie, Wirtschaft, Sozialstaat und dessen Zusammenhänge überdenken, es keine Rolle spielt, wen sie wählen, weil damit alles wieder von vorne beginnt. Ein einfacher Grundsatz wäre vielleicht: Macht korrumpiert gegenläufig in Proportion zu ihrer Verteilung. Aber kann sie dann noch etwas bewegen? Vermutlich nur, wenn wir lernen zu kooperieren. Also doch alles Utopie?
Danke fürs Foto:
Paul Sturm
http://www.bundeskanzleramt.at/DocView.axd?CobId=39867
Das Gegenteil von "gut"…
ozon,
14.10.2011
Warum hab ich nur dieses unheimliche Gefühl, dass die Menschheit fast gänzlich aus guten Menschen besteht, die Frauen "respektieren", nicht "Neger" und nicht "Tschusch" sagen, die die Gesetze achten und sich nur das nehmen "was ihnen zusteht" und irgendwas von konservativ bis Grün wählen?
Vermutlich, weil es - außer der politischen Einstellung - so ist, aber Grün oder Links ist längst konservativ geworden. Und der brave Bürger ist ein guter. Und da sind - im Moment - kapitalistische Feindbilder willkommen, um vor der eigenen Korrumpiertheit abzulenken. Zugegeben, der Kapitalismus erklärt den "Profit mit allen Mitteln" zur höchsten Tugend. Aber das wird aus volkswirtschaftlicher Sicht nicht lange gut gehen und kaum ein Mensch, der sich konsequent auf dem Pfad dieser Tugend befindet, wird darin eine Moral suchen.
Viel subtiler ist die Frage, warum sehr viele Menschen, die sich selber als "gut" beschreiben, gerade wenn es drauf ankommt, sehr "ungut" werden, indem sie kompromisslos auf ihr Recht pochen. Vielleicht glauben wir, es liegt was Gutes in Gesetzestreue und politisch korrektem Verhalten? Aber das ist lediglich ein gesellschaftlich, moralischer Konsens, der uns vom Tier unterschieden soll. Wer sich daran hält ist vielleicht ein braver, rechtschaffener Bürger, aber die "Braven" von vor ca. 70 Jahren gelten heute als Denunzianten, Mitläufer und Mörder.
Unserem ureigenen Narzissmus zuliebe stellen wir uns nur zu gern als "gut" dar. Anstatt einfach zu mögen, kümmern wir uns darum wie "gut" wir aussehen, weil wir glauben, dass man uns dann mag. Kompliziert? Vielleicht, aber wir haben nichts anderes gelernt, als brav zu sein. Wenn wir brave Kinder waren wurden wir geliebt. Wenn sie also glauben, dass gerade sie ein "guter Mensch" sind, dann sollten sie vielleicht eine Therapie in Betracht ziehen. Eine andere Möglichkeit wäre, beim nächsten Mal, den Gedanken, dass ihnen etwas "zusteht", sofort wieder zu verwerfen. Denn das ist der erste Schritt "ungut" zu werden. Die Gier fängt dort an, wo wir Angst haben, was zu verlieren, übervorteilt zu werden, oder nicht zu unserem Recht zu kommen.
Natürlich sind sie im Recht, aber was, wenn da jemand gegenüber steht, der es mehr verdient hat, oder der es einfach nur braucht, dass sie auf ihr Recht verzichten? Was wenn ihr gegenüber aus einem anderen Blickwinkel, den sie gerade nicht einnehmen können, gesehen, mehr im Recht ist? Wie geht das, dafür gibt's keine Gesetze keine Regel, das geht nur, wenn ich meine Perspektive verlasse und die meines Gegenübers einnehme. Einfühlungsvermögen. Sie wären überrascht wie gut es sich manchmal anfühlen kann, auf "sein Recht" zu verzichten.
Denn was unser Recht angeht: Vergessen sie's, wir haben kein Recht und es steht uns auch nichts zu auf dieser Welt. Das haben wir lediglich erfunden, damit wir auch mit dem Wissen, dass die Welt nunmal so ist, gut schlafen können. Aber, nur weil wir ein Dach über'm Kopf haben und keinen Hunger schieben müssen, heißt das nicht, dass wir uns das unbedingt verdient haben, das ist, von den global statistischen Möglichkeiten her gesehen, auch ziemliches Glück.
Also genießen sie die Dinge solange sie sie haben, aber vergessen sie ihr "Recht" darauf. Es wäre etwa so wie, wenn wir ein Recht auf Gesundheit haben wollten. Es gibt kein "Recht", "Gut" oder "Gerechtigkeit", das sind nur abstrakte Begriffe Es gibt nur die Dinge die wir im Moment tun, oder nicht tun.
Also falls sie nur Durchschnittsverdiener sind, gerade einen Umzug bewältigen müssen und wie 80% der anderen Mieter, mit Ihrer Hausverwaltung um die Rückgabe ihrer Kaution streiten müssen, wobei ihnen das Wasser finanziell bis zum Hals steht… Denken sie dran: Ihr Vermieter braucht das Geld viel notwendiger als sie. Immerhin muss er seine Wohnungen vermieten und wer würde das schon tun, wenn er nicht dringend Geld brauchen würde.
http://www.passagen.at/cms/index.php?id=62&isbn=9783851659665&L=0
Der Rockstar der IT-Branche
ozon,
07.10.2011
Visionär, Marketinggenie, Diktator, Nerd, Ausbeuter... Das sind doch alles nur Betrachtungen einer ambivalenten Persönlichkeit, die sich durch ihr Schaffen ins Licht der Öffentlichkeit gebracht hat. Garantiert hat Steve Jobs mit Steve Wozniak den damals langweiligen und technokratischen Computer umgekrempelt und damit das ganze Business, damals, als es noch EDV hieß, verändert. Als zwei, zunächst harmlose Außenseiter haben sie sich, um die praktische Verwendung des PCs, ein paar Gedanken mehr gemacht als alle anderen: Think Different.
Und möglicherweise hat er sich genau dadurch zum einzigen Rockstar gemacht, den diese Branche jemals erlebt hat. Respekt!
http://www.apple.com/at/
Endlich - Fruehling Website in Produktion
ozon,
19.09.2011
Nach über drei Jahren des Prokrastinierens können wir nun endlich bekanntgeben, dass die neue Website für unser Netzwerk in Produktion gegeben wurde. Das bedeutet, dass wir vermutlich diesen Herbst Online gehen werden und dann auch wieder mit einer aktuellen Referenzliste auftreten werden. Bis dahin, haben wir auch unsere Nicht-Raucher-Differenzen gelöst und werden im Herbst noch den Fruehling ausrufen. Bis dahin...
http://fruehling.ag
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